the best books on hinduism

Die besten Bücher über den Hinduismus, Yoga und indische Spiritualität

Der Hinduismus ist in Indien mehr als nur eine Religion: Er ist Kultur und Identität der meisten Inder; er ist Indien selbst. Es kann aber schwierig sein, den Hinduismus und all seine vielen Dimensionen zu verstehen. Schließlich gibt es unzählige Sichtweisen und Sekten, die sich in den fundamentalsten Fragen unterscheiden. Diese Liste der besten Bücher über den Hinduismus soll dabei helfen, diese hochkomplexe, vielfältige Religion zu verstehen – und somit auch zu einem tieferen Verständnis Indiens zu gelangen.

Die besten Bücher über den Hinduismus: Hinduistische Schriften

Während Christentum und Islam nur eine heilige Schrift kennen, gibt es im Hinduismus zahlreiche. Sie gehören zu den ältesten Büchern der Welt und beherbergen den ganzen Reichtum der indischen Weisheit in sich. Sie stellen die Anfänge des indischen und menschlichen Denkens dar und sind wie ein ewig fließender Springbrunnen: Es scheint kein Ende zu geben für die Weisheiten, die aus den alten hinduistischen Schriften quellen.

Die Veden

Veda bedeutet so viel wie „heiliges Wissen“. Die Veden werde in vier Teile gegliedert, die zu verschiedenen Zeiten aufgezeichnet wurden. Die Rig Veda ist die älteste: sie entstand vor mehr als 3.000 Jahren! Damit gehört sie zu den ältesten Schriften der Menschheit. Die Veden wurden, lange Zeit bevor sie je zu Papier gebracht wurden, in einer mündlichen Tradition von Vater zu Sohn, von Guru (Lehrer) zu Schüler überbracht. Sie enthalten die Gesänge der Rishishs („Seher“), also der großen spirituellen Weisen. In den Veden sind Hymnen auf Agni, Indra und weitere Hindugötter zu finden. Das zentrale Thema aber ist Soma: ein uns heute unbekanntes Getränk, das als rituelles Opfer getrunken wurde. Soma soll den Menschen ermöglicht haben, mit Gott in Kontakt zu treten, ja Gott selbst gewesen sein. Die meisten Forscher glauben, dass es sich bei Soma um eine psychedelische Substanz wie psilocybinhaltige Pilze (Zauberpilze) handelte.

Die Veden bilden das Fundament, auf dem der Hinduismus und die indische Kultur überhaupt entstanden sind.

Die Bhagavad Gita

Die Bhagavad Gita (der „Gesang Gottes“) ist die vielleicht bekannteste Schrift des Hinduismus. Sie erzählt eine Episode aus dem alten indischen Epos Mahabharata: Der Fürst Arjuna befindet sich in seinem Streitwagen, blickt auf die gegnerische Armee. An seiner Seite ist Krishna, ein Avatar (eine Inkarnation) des Gottes Vishnu. Das Gespräch zwischen den beiden nimmt die Form einer Unterhaltung zwischen Lehrer und Schüler in Frage-und-Antwort-Form an.

Arjuna möchte nicht in den Kampf ziehen, er möchte kein unnötiges Blut vergießen. Krishna aber regt ihn dazu an, seine Pflicht als Krieger zu erfüllen. Außerdem, so sagt Krishna, gibt es eh keinen Tod, keine Mörder und keine Opfer: denn die Seele ist unvergänglich.

Ein Gott, der zum Kämpfen anregt? Dies mag im ersten Moment befremdlich klingen. Man darf die Handlungen der Bhagavad Gita aber nicht wörtlich nehmen. In den Upanishaden steht geschrieben:

„Der Körper ist der Wagen, die Vernunft der Wagenlenker und das Denken die Zügel. Die Sinne sind die Pferde, die Objekte die Wege.“

Die Bhagavad Gita ist – mehr als alles andere – ein Ratgeber, der uns hilft, ein gutes, religiöses Leben zu führen. Die Gita stellt außerdem die Pfade des Karma Yoga, Bhakti Yoga und Jnana Yoga vor. Mehr zu den vier Pfaden des Yoga hier.

Für Gandhi spielte die Gita eine sehr wichtige Rolle. Er sagte:

Wenn mir manchmal die Enttäuschung ins Antlitz starrt, wenn ich, verlassen, keinen Lichtstrahl erblicke, greife ich zur Bhagavadgita. Dann finde ich hier und dort eine Strophe und beginne alsbald zu lächeln inmitten aller niederschmetternden Tragödien.

Die Upanishaden

Das Wort Upanishad bedeutet so viel wie „mit dem Lehrer zusammen sitzen“.

Die Upanishaden wurden zwischen 700 und 200 vor Christus niedergeschrieben, aber schon viel früher mündlich überliefert. Sie zeichnen die Gespräche zwischen Guru und Schüler, Ehemann und Ehefrau, zwischen Tod und Leben auf, und geben Einblicke in die tiefsten Weisheiten und höchsten Lehren des Hinduismus.

Besonders beliebt ist die Katha-Upanishad. In ihr spricht der Tod als Lehrer zu einem jungen Mann, der das Geheimnis des Lebens und des Todes erfahren möchte. Die Katha-Upanishad beinhaltet Erklärungen zu den zentralen Begriffen des indischen Denkens wie z. B. Atman, Brahman und Karma.

Der deutsche Philosoph Arthur Schopenhauer sagte über die Upanishaden:

Es ist die belohnendeste und erhebendeste Lektüre, die […] auf der Welt möglich ist: sie ist der Trost meines Lebens gewesen und wird der meines Sterbens sein.

Bücher von und über hinduistische Heilige

Das Gospel von Ramakrishna

Ramakrishna gilt als einer der vollkommensten Heiligen Indiens. Er lebte im 19. Jahrhundert in Westbengalen. Schon früh fühlte er sich zu Gott hingezogen. Er lebte einige Jahre lang im Tempelkomplex von Dakshineshwar, wo er die Gottheit Kali (die Göttin des Todes und der Zerstörung) verehrte. Es begann, spirituelle Erfahrungen zu machen, die in Indien Samadhi genannt werden.
Nachdem er Gott über den Weg der Kali-Anbetung realisiert hatte, entschied er, ihn auf anderen Wegen zu finden. Er war nämlich davon überzeugt, dass Gott wie ein Meer ist, zu dem verschiedenen Flüsse führen. Er begann als, wie ein Muslim zu leben: Er fastete, betete, besuchte Moscheen, las den Koran. Später verwandelte er sich in einen Christen. Zu seinen Experimenten mit den drei großen Weltreligionen sagte Ramakrishna: „Ich habe alle Religionsbräuche geübt: den Hinduismus, den Islam, das Christentum, und ich bin auch die Wege der verschiedenen Sekten des Hinduismus gegangen, und ich habe gefunden, dass es derselbe Gott ist, zu dem sie alle streben, wenn auch auf verschiedenen Wegen.“

Ramakrishnas Sichtweise auf die verschiedenen Weltreligionen ist in einem seiner schönsten Sätze zusammengefasst:

Der Mensch sei Christ in der Barmherzigkeit, Moslem in der genauen Beobachtung der äußeren Bräuche und Hindu in der alles umschließenden Milde gegenüber allen lebendigen Geschöpfen.


Das Gospel von Ramakrishna wurde von Mahendranath Gupta zusammengestellt, einem Schüler von Ramakrishna. Es beinhaltet Lehren, Parabeln und Erklärungen des großen Hindu-Heiligen. Diese sind oft in einer sehr einfachen Sprache gehalten, hinter der sich aber tiefe Weisheiten verstecken. Das Gospel von Ramakrishna ist somit eines der besten Bücher über den Hinduismus und über Spiritualität überhaupt.

Ramana Maharshi: Sei, was du bist!

Ramana Maharshi ist ein weiterer bedeutender Heiliger Indiens. Als Schuljunge verließ er Heimat und Familie, um in den Höhlen des Arunchala zu leben, einen als heiligen verehrten Berges in Südindien. Dort erlangte er Mukti (Befreiung, Erleuchtung). Für den Rest seines Lebens sollte er den Berg nie wieder verlassen. Im Laufe der Jahre sammelten sich immer mehr Menschen um ihn. Sie sahen in Ramana Maharshi einen großen Heiligen und Weisen. Er redete nur sehr wenig, blieb oft für einen langen Zeitraum stumm. Wenn er aber sprach, dann hatten seine Worte eine ungeheure Wirkung auf die Zuhörenden.

Im Buch Sei, was du bist! antwortet der große Weise auf die Fragen von Suchenden aus der ganzen Welt: Was ist die Realität? Wann wird das Leid vergehen? Was ist Meditation? Was kann ich zum Weltfrieden beitragen?

Sei, was du bist! ist ein Buch, das man immer wieder zur Hand nehmen kann, in dem man immer wieder einige Seiten oder Sätze lesen kann – und jedesmal wird man ein neues Juwel, eine neue Wahrheit darin entdecken. Zu empfehlen für alle, die sich auf der Suche nach dem Ich und somit auf der Suche nach Gott befinden.

Yogananda: Autobiografie eines Yogi

Steve Jobs war ein großer Fan dieses Buches, das zu den bekanntesten Büchern über den Hinduismus zählt. Es wurde von Yogananda geschrieben. Er war eine der Persönlichkeiten, die den Hinduismus erstmals im Westen einführten. Yogananda lebte im 19. Jahrhundert und sprach auf Vorträgen in Europa und Amerika, unter anderem auf dem „Congress of Religious Liberals“ in Boston. Er war ein wichtiger Vertreter des Kriya Yoga, einer Art des Raja Yoga. Seine Autobiographie erschien 1946 ist machte viele Menschen in der westlichen Welt erstmals mit indischem Denken und indischer Spiritualität vertraut. Er erzählt von seiner Kindheit, von seinen ersten Jahren und Erfahrungen als Yogi, er erklärt die Grundideen des Hinduismus und beschreibt seine Treffen mit solch wichtigen Persönlichkeiten wie Gandhi, dem Dichter und Nobelpreisträger Tagore sowie mit Ramana Maharshi.

Ram Dass: Be Here Now

Eine amerikanische, genauer westliche Perspektive auf den Hinduismus bietet Ram Dass. Unter dem Namen Richard Alpert war er ein höchst respektierter Harvard-Professor. In den 60ern experimentierte er mit LSD. Die spirituellen Erfahrungen, die er unter dem Einfluss der psychedelischen Substanz macht, führten ihn nach Indien. Er hoffte, von den großen hinduistischen Meistern Erklärungen für seine LSD-Erfahrungen zu finden. Be Here Now erzählt die verrückte Geschichte seiner Zeit in Indien und vor allem mit Neem Karoli Baba, seinem Guru. Neem Karoli Baba war ein einfacher Mann, der nichts weiteres als ein Stofftuch und eine Decke besaß. Er wurde von zahlreichen Indern, später auch von einigen Westlern verehrt, und ist in einer der bekanntesten Hindu-Heiligen des letzten Jahrhunderts. Seine Lehren hat er selbst wie folgt zusammengefasst:

Liebe jeden und sage stets die Wahrheit.

In ganz Indien finden sich noch heute von ihm gegründete Ashrams, so z. B. in Vrindavan, der heiligen Stadt von Krishna.

Be Here Now galt als die Hippie-Bibel schlechthin und ist dafür mitverantwortlich, dass heute der Westen so begeistert ist für Yoga, Meditation und indische Spiritualität. Be Here Now ist voller wunderschöner Zeichnungen. Es erklärt die Grundlagen des Hinduismus, erzählt einige der Legenden, die um Neem Karoli entstanden sind, und beinhaltet außerdem einen Teil mit praktischen Tipps für ein spirituelles Leben, z. B. über Ernährung, Meditation oder das Leben in einer Kommune. Be Here Now ist deshalb so interessant, weil es eine westliche, also uns bekannte Perspektive auf den Hinduismus und Indien bietet.

Die besten Bücher über Yoga

Yoga lernt man nicht aus Büchern – Yoga muss man üben, leben. Dabei ist zu beachten, dass es nicht nur Hatha Yoga – also das Yoga des Körpers – gibt: Karma Yoga ist das Yoga der Taten, Bhakti Yoga das der Liebe und Hingabe. Mehr zu den Vier Pfaden des Yoga hier.

B. K. S. Iyengar: Licht auf Yoga

Ein echter Klassiker der Yoga-Literatur, und sicherlich eines der besten Bücher über Yoga. Es wurde von B. K. S. Iyengar geschrieben. Er gilt als einer der größten Yoga-Meister der Welt und als Begründer des Iyengar Yoga, einer Art von Hatha Yoga, die besonders Wert auf die genaue Ausführung der Asanas (Übungen) legt. In Licht auf Yoga findet man Erklärungen und Anweisungen zu über 200 Yoga-Asanas, außerdem 600 Bilder, auf denen der Meister persönlich die Übungen vormacht. Licht auf Yoga wurde die „Bibel des modernen Yoga“ genannt und ist für alle Yogis sehr zu empfehlen: vor allem für Iyengar-Praktizierende, aber auch für alle anderen, die mehr über Yoga und die Philosophie dahinter lernen möchten.

Wanda Badwal: Yoga – Die 108 wichtigsten Übungen

Sowohl für Anfänger als auch für fortgeschrittene Yogis geeignet. Dieses Buch beinhaltet 108 der wichtigsten Yoga-Asanas. Sie werden anschaulich erklärt, außerdem bietet das Buch Informationen zu ihren Wirkungen auf Körper und Psyche. Auch wer mehr über Ayurveda, die Chakren und die Geschichte und Philosophie des Yoga lernen möchte, wird hierzu einige Kapitel finden. Somit eignet sich Yoga: Die 108 wichtigsten Übungen als das perfekte Handbuch für alle Yogis – denn es ist praktisch, sehr informativ und erklärt in einfacher Sprache Themen, die hochkomplex und vielschichtig sind.

Das beste Buch über den Hinduismus für Anfänger

Manchmal braucht man etwas Erklärung, um die komplizierte Welt des Hinduismus zu verstehen. Wer also nicht gleich die Veden oder die Lehren des Sri Ramakrishna lesen möchte, ist mit dem folgenden Buch gut beraten.

Shiva Shiva! Das Geheimnis der indischen Götter

Dieses Buch eignet sich sehr gut für all jene, die mehr über die vielen Götter des Hinduismus lernen möchten. In vierzehn Kapiteln werden Shiva und Indra, Ganesha und Rama vorgestellt. Dabei wird

Außerdem beinhaltet jedes Kapitel eine Meditation, die man sehr gut zuhause selber durchführen kann. Ein wertvolles kleines Büchlein, das erfolgreich versucht, die Götterwelt des Hinduismus zu bündeln und einfach zu erklären. Somit ist Shiva Shiva! sicherlich eines der besten Bücher über den Hinduismus – vor allem für „Anfänger“!

Die besten Bücher über den Hinduismus

  • Veden
  • Upanishaden
  • Bhaavad Gita
  • Das Gospel von Ramakrishna
  • Sei, was du bist!
  • Autobiographie eines Yogi
  • Be Here Now
  • Licht auf Yoga
  • Yoga – Die 108 wichtigsten Übungen
  • Shiva Shiva!

Wer den Hinduismus und somit Indien besser verstehen möchte, wird mit dieser Liste der besten Bücher über den Hinduismus einen guten Anfang machen können. Natürlich muss man aber auch wissen, dass der Hinduismus nicht eine Literaturgattung, sonder eine lebendige Religion ist. Bücher spielen also nur eine untergeordnete Rolle; was wirklich zählt ist die Art und Weise, wie man sein Leben lebt, ist die Weisheit und das Wissen, das nicht in Büchern zu finden ist – sondern nur im eigenen Herzen. In der Bhagavad Gita steht geschrieben:

Den Nutzen, den ein Brunnen hat,
Wenn rings ist überschwemmt das Land,
Nur solchen Nutzen hat die Schrift
Für den, der höchste Weisheit fand.

Die besten Bücher über Indien
Die vier Pfade des Yoga
Die heiligsten Orte in Indien

PS: Mein persönlicher Favorit sind eindeutig die Upanishaden!

Und für alle, die Bücher lieber hören als lesen:

Großes Angebot an Hörbüchern

2 thoughts on “Die besten Bücher über den Hinduismus, Yoga und indische Spiritualität”

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.